Wie Original sind Originalteile?
Einigen Erklärungsbedarf lieferte neulich eine Inseratenkampagne eines namhaften deutschen Automobilherstellers. Darin wird einmal mehr versucht hohe Ersatzteilpreise mit dem Hinweis auf Originalausführung zu rechtfertigen.
Peinlich wird die Sache dadurch, dass auf dem als Beispiel angeführten und abgebildeten Bremsbelag deutlich der Teilehersteller, die Firma Lucas zu erkennen ist.
Ja, wer ist den nun der Originalhersteller?
Wird dieser Bremsbelag von einem unabhängigen Teilehändler an den Kunden geliefert, dann ist das Nachbau, liefert die Herstellerwerkstätte dann ist es Original? Das ist bestenfalls originell aber im seriösen Geschäftsleben wenig passend.
Und diese Situation aus der Autobranche läßt sich eins zu eins auf die Flurförderzeughersteller übertragen. Auch hier wird die Fertigungstiefe immer mehr verringert, werden im verstärkten Ausmaß Zulieferer für die Staplerproduktion als Teilehersteller herangezogen. Von diesen Teileherstellern bezieht wiederum der unabhängige Teilehändler, kalkuliert seine Verkaufspreise knapper und Sie als Kunde haben den Preisvorteil.
Das nennt sich freie Marktwirtschaft, auch wenn es so mancher Herstellerlobby nicht gefällt. Das die Qualität paßt, dafür sorgen schon unabhängige Zertifizierungs- und Normungsinstitutionen. Kein seriöses Unternehmen würde es wagen, nicht zugelassene oder nicht zertifizierte Produkte auf den deutschen Markt zu bringen.